Umstritten

Sportunion Mauer – SV Wienerberg 1921 2:2 (1:1)

Auch mit einigen Tagen Abstand ist der Ärger über eine sehr schwache Leistung von Schiedsrichter Stanislav Dyulgerov nicht verflogen. Leider war seine Spielleitung und die seiner Assistenten nicht auf Augenhöhe mit der Leistung, die die Spieler beider Mannschaften zum Auftakt der Rückrunde der Stadtliga boten. Es waren einfach zu viele Szenen, die vom unparteiischen Trio falsch bewertet wurden, um nicht einen schalen Beigeschmack zu hinterlassen. Einfach nur schade, weil es war keine schlechte Partie.

Den Hausherren merkte man von Beginn an, dass sie sich für den Saisonauftakt viel vorgenommen hatten. Deutlich aggressiver – nicht im negativen Sinn – gelang es ihnen, jeglichen Spielaufbau von Wienerberg im Keim zu ersticken und so den Gegner ein ums andere Mal zu frustrieren. Logische Folge dieses Spielverlaufs war die Führung nach einer guten halben Stunde durch Philip Grubmüller, allerdings war diesem schön herausgespielten Treffer eine sehr umstrittene Abseitsentscheidung auf der Gegenseite unmittelbar vorausgegangen. Statt dass Rene Mjka alleine aufs Tor der Hausherren laufen konnte, fingen sich die Gäste einen Gegentreffer ein.

Bis zur Pause stand dem Treffer von Mauer eine Superchance von Thomas Helly, der sich in aussichtsreicher Position den Ball von Torhüter Stefan Stech vom Fuß grabschen ließ und ein Stangenschuss, der nicht zu halten gewesen wäre, vom jungen Maximilian Schmid entgegen. Dem gegenüber hatte Mauer noch eine große Chance vor dem Führungstreffer, sodass chancentechnisch nahezu ausgeglichen bilanziert werden kann. Dass es nach 45 Minuten auch unentschieden stand, passierte aber eher aus dem Nichts, als ein Pressball von Rene Mjka in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit eher glücklich den Weg ins Tor der Hausherren fand.

Die zweite Spielhälfte hatte dann einen frühen Höhepunkt, bei dem eindeutig Schiedsrichter Dyulgerov im Mittelpunkt stand. Nach einem klaren dunkelgelb Foul vom Ex-Wienerberger Sekou Keita an Maximilian Schmid im Mittelfeld ließ der Unparteiische weiter spielen und fassungslose Gäste konnten das Tor zum neuerlichen Rückstand nicht verhindern. Nicht dass der Schiedsrichter die Szene übersehen hätte, nein, in seiner Gestik brachte er klar zum Ausdruck, dass er sie völlig falsch eingeschätzt hatte. Da wir ihm keine Absicht unterstellen wollen, wohl ein Beweis dafür, dass er, zumindest an diesem Tag, einfach zu schwach für Spiele auf diesem Niveau ist.

Mehr als bitter für Wienerberg, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste sehr gut im Spiel und hätten ohne weiteren Gegentreffer wahrscheinlich die Partie gewonnen. Natürlich ist das sehr spekulativ, aber es war so der Eindruck, den man gewinnen konnte. Nach diesem Rückschlag gelang es Wienerberg aber weiter, großen Druck auszuüben und als eine Viertelstunde vor Schluss Rene Mjka erneut zum Ausgleich traf, schien für die Gäste doch noch ein voller Erfolg möglich.

Zwar gab es weiterhin noch sehr unglückliche Entscheidungen vom unparteiischen Trio, so wurde Arben Selmani in sehr aussichtsreicher Position wegen Abseits gestoppt, sicher eine falsche Entscheidung, aber es war trotzdem nicht der Schiedsrichter, der noch zwei weitere hochkarätige Chancen für Wienerberg vergab, sondern Thomas Helly und Rene Mjka, die den Ball nicht im Tor der Hausherrren unterbringen konnten. In der Schlussphase hatten die Gäste dann bei einem Lattenköpfler von Mauer – auch Mahmud Imamoglu verliert einmal ein Kopfballduell – noch Glück, nicht als Verlierer vom Platz zu gehen.

In Summe eine aufregende Partie, die sich einen besseren Spielleiter verdient hätte. Die Gäste fühlten sich in der Nachbetrachtung zwar um den Erfolg geprellt, aber das wird der, vor allem vor der Pause, guten Leistung der Hausherren nicht ganz gerecht. Natürlich gab es viele kontroversielle Szenen, aber das Unentschieden geht schon irgendwie in Ordnung.

Wiener Stadtliga – 16. Runde
Spielbericht