SV Wienerberg 1921 – SK Rapid Wien 0:3 (0:1)
Der große Fußballabend in der Wienerberg Arena endete zwar mit einer 0:3-Niederlage gegen den SK Rapid, doch der SV Wienerberg 1921 durfte sich nach dem Schlusspfiff erhobenen Hauptes von seinen zahlreichen Anhängern verabschieden. Der Wiener Stadtliga-Meister verlangte dem österreichischen Rekordmeister über weite Strecken alles ab und überzeugte vor allem mit einer disziplinierten und leidenschaftlichen Defensivleistung.
Von Beginn an war Rapid zwar spielbestimmend, doch die Grün-Weißen fanden gegen die hervorragend organisierte Wienerberger Defensive nur selten Lücken. Immer wieder warfen sich die Hausherren in die Schüsse, verschoben kompakt und verteidigten mit großer Leidenschaft. Torhüter und Abwehr ließen den Favoriten kaum zu klaren Torchancen kommen.
Kurz vor der Pause fiel dann allerdings die spielentscheidende Szene. Im Zweikampf mit Paul Semrau hätte der Schiedsrichter durchaus auf Foulspiel entscheiden können. Semrau blieb am Boden liegen, dennoch lief die Partie weiter. In dieser Situation hätte das Spiel auch unterbrochen werden können, ebenso wäre es aus Sicht vieler Zuschauer eine faire Geste gewesen, wenn Rapid den Ball ins Aus gespielt hätte. Stattdessen wurde der Angriff fortgesetzt und Claes Philip Adamsen erzielte unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff die 1:0-Führung für den Bundesligisten.
Nach Wiederbeginn blieb Wienerberg mutig. Unmittelbar vor dem zweiten Rapid-Tor bot sich sogar die Möglichkeit zum Ausgleich. Benjamin Pitzek setzte sich stark durch und bereitete für Ibrahim Mohamed vor. Dessen Abschluss geriet jedoch zu zentral und zu wenig druckvoll – eine Chance, die Mohamed an einem anderen Tag durchaus verwerten kann.
Praktisch im Gegenzug sorgte Rapid mit dem 2:0 durch Adamsen für die Vorentscheidung. Das 3:0 durch Haidara wenig später spiegelte letztlich die individuelle Qualität des Favoriten wider, fiel aber gemessen am engagierten Auftritt der Wienerberger vielleicht um ein Tor zu hoch aus.
Der SV Wienerberg 1921 darf dennoch stolz auf seine Leistung sein. Gegen einen internationalen Teilnehmer und österreichischen Spitzenklub präsentierte sich der Wiener Stadtliga-Meister taktisch hervorragend eingestellt, kämpferisch vorbildlich und über weite Strecken absolut ebenbürtig. Die Mannschaft bewies, warum sie sich mit dem Gewinn des Wiener Meistertitels und des Wiener Landescups dieses Fußballfest verdient hatte.
Die zahlreichen Zuschauer in der Wienerberg Arena honorierten die Leistung ihrer Mannschaft nach dem Schlusspfiff mit lang anhaltendem Applaus. Auch wenn der Traum vom Aufstieg im UNIQA ÖFB Cup zu Ende ging, bleibt dieser Abend als würdiger Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte in Erinnerung.
