In der Liga angekommen

SV Wienerberg 1921 – FCM Traiskirchen 3:4 (2:2)

Nach den beiden schwierigen ersten Meisterschaftsrunden hat der SV Wienerberg 1921 am dritten Spieltag der Regionalliga Ost erstmals gezeigt, dass er auch in der neuen Spielklasse offensiv Akzente setzen und einem starken Gegner über weite Strecken Paroli bieten kann. Gegen den mit enormer Offensivqualität ausgestatteten FCM Traiskirchen mussten sich die Wienerberger zwar knapp mit 3:4 geschlagen geben, der Auftritt unterschied sich aber deutlich von den ersten beiden Meisterschaftsspielen. Erstmals hatte man in dieser Saison das Gefühl: Wienerberg ist in der Regionalliga angekommen.

Und wie! Der Auftakt der Wienerberger war sensationell. Praktisch mit dem ersten Angriff brachte Ibrahim Mohamed die Heimmannschaft bereits in der 1. Minute mit 1:0 in Führung. Nur sechs Minuten später war Mohamed erneut entscheidend beteiligt. Diesmal bereitete er vor, Benjamin Pitzek vollendete zum 2:0. Nach gerade einmal sieben Minuten lag Wienerberg gegen einen derart prominent besetzten Gegner mit zwei Toren voran.

Dass Traiskirchen über außergewöhnliche individuelle Qualität verfügt, zeigte sich allerdings rasch. Mit Philipp Schobesberger, Maximilian Sax, Thomas Ebner und Philipp Hosiner standen gleich mehrere Spieler mit Bundesliga-Erfahrung im Aufgebot. Vor allem offensiv war die Klasse der Gäste jederzeit zu erkennen. Patrick Schmid verkürzte in der 12. Minute auf 2:1, ehe Traiskirchen in der 17. Minute ein durchaus diskutabler Foulelfmeter zugesprochen wurde. Maximilian Sax verwandelte zum 2:2. Der sensationelle Wienerberger Auftakt war damit innerhalb weniger Minuten wieder egalisiert.

Dennoch blieb ein wesentlicher Unterschied zu den ersten beiden Regionalligaspielen bestehen: Wienerberg spielte mit. Die Heimmannschaft suchte selbst den Weg nach vorne und kam gegen eine im Vergleich zu ihrer Offensive deutlich verwundbarere Traiskirchner Defensive immer wieder zu Möglichkeiten. Zwar hatten die Gäste insgesamt die größere Zahl an Chancen, doch diesmal war Wienerberg selbst offensiv gefährlich und keineswegs nur damit beschäftigt, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten.

Zur Pause brachte Traiskirchen für Thomas Ebner mit Philipp Hosiner einen weiteren ehemaligen Bundesliga- und Nationalteamspieler – und der sollte in der zweiten Hälfte zum entscheidenden Mann werden. In der 61. Minute gelang Hosiner ein Treffer der Extraklasse. Von der Strafraumgrenze schlenzte er den Ball mit dem Außenrist genau ins Kreuzeck. Ein Traumtor, bei dem es für Wienerberg nichts zu verteidigen gab.

Doch auch auf diesen Rückschlag hatten die Wienerberger eine Antwort. Die Heimmannschaft spielte weiter mutig nach vorne und belohnte sich in der 73. Minute. Mustafa Güllü flankte von links in den Strafraum, Benjamin Pitzek war zur Stelle und köpfte zum 3:3 ein. Sein zweiter Treffer an diesem Abend brachte Wienerberg zurück ins Spiel und ließ die Hoffnung auf die ersten Punkte der Regionalliga-Saison wachsen.

Umso ärgerlicher fiel acht Minuten später die Entscheidung. Ein eigentlich harmloser Freistoß im Mittelfeld wurde von den Wienerbergern verschlafen. Traiskirchen reagierte schnell, führte den Freistoß sofort aus und brachte die Defensive damit in eine Situation, die anschließend nur noch schwer zu verteidigen war. Hosiner nutzte die Gelegenheit und erzielte in der 81. Minute mit seinem zweiten Treffer das 4:3 für die Gäste.

In der 89. Minute hätte Traiskirchen die Partie endgültig entscheiden können. Nach einem weiteren Foulelfmeter trat Hosiner an, setzte den Ball diesmal aber an die Stange. Für Wienerberg blieb dadurch noch einmal kurz die Hoffnung auf den Ausgleich, am Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr.

So stand am Ende zwar die dritte Niederlage im dritten Meisterschaftsspiel, dennoch war dieser Nachmittag mit den beiden vorangegangenen Partien kaum zu vergleichen. Traiskirchen hatte insgesamt mehr Chancen und zeigte insbesondere offensiv enorme Qualität. Gleichzeitig offenbarte die Defensive der Gäste aber auch Schwächen – und Wienerberg war diesmal in der Lage, diese auszunutzen. Drei erzielte Tore und einige weitere Möglichkeiten gegen eine Mannschaft dieser Qualität waren ein deutlicher Schritt nach vorne.

Punkte gibt es für eine gute Leistung nicht. Doch erstmals nahm Wienerberg in dieser Regionalliga-Saison selbst aktiv an einem offenen Fußballspiel teil. Die Wienerberger erzielten Tore, erspielten sich Chancen, kamen nach einem Rückstand noch einmal zurück und waren bis zum Schlusspfiff im Rennen um einen Punktgewinn. Nach diesem Auftritt darf man deshalb trotz der 3:4-Niederlage festhalten: Der SV Wienerberg 1921 ist in der Regionalliga Ost angekommen.

Tabelle
Spielbericht